Erste Gewässerkonferenz in OWL für alle Beteiligten ein voller Erfolg
Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl eröffnete heute vor mehr als 200 Teilnehmern die erste Gewässerkonferenz in OWL und freute sich über die großartige Resonanz auf die Einladung.
Vertreter der Politik, der Landkreise, Städte und Gemeinden, Interessenverbände wie Landwirtschaft, Naturschutz und Fischerei sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger erfuhren Näheres zu den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie.
Die Vorgabe der Wasserrahmenrichtlinie, alle Gewässer über und unter der Erde bis zum Jahr 2015, in Ausnahmen bis zum Jahr 2027 in einen guten Zustand zu bringen, ist für Ostwestfalen-Lippe eine große und wichtige Aufgabe.
Die Regierungspräsidentin betonte, dass der Landeshaushalt für das nächste Jahr Zuschüsse bis zu 80 Prozent bereitstellt und bis zu 80 Millionen Euro ausgegeben werden. Thomann-Stahl:“ Lebendige Gewässer sind Lebensadern der Kulturlandschaft unserer Region. Jeder hierfür investierte Euro ist eine Investition in unsere Zukunft. Auch wenn noch nicht alle Gewässer im angestrebten Zustand sind, so zahlt sich jetzt aus, dass der Gewässerschutz in unserer Region immer im Blickpunkt der Beteiligten war.“
Bislang fanden 28 Arbeitssitzungen an sieben „Runden Tischen“ im Regierungsbezirk Detmold statt. Die dort erarbeiteten Vorschläge sind in den Entwurf des Bewirtschaftungsplans eingeflossen, wobei es wichtig war, Bürgerinnen und Bürger von Anfang an in diesen Prozess einzubinden. Der Bewirtschaftungsplan hat öffentlich ausgelegen und steht gegenwärtig zur Beratung und Entscheidung im Landtag in Düsseldorf an.
Thomann-Stahl: „In Ostwestfalen-Lippe wurde schon vieles erreicht, bzw. auf den Weg gebracht.“
Um die Gewässer flächendeckend in den gewünschten guten Zustand bringen zu können, ist ein kooperatives Vorgehen notwendig.
Wie kooperatives Vorgehen aussehen kann, berichtete Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi des Kreises Höxter. Gemeinsam mit den Kommunen des Kreises wurde ein Ingenieurbüro damit beauftragt, einen „Fahrplan“ für die Verbesserung der Gewässer aufzustellen. Als Beispiel für eine gelungene Maßnahme wurde unter anderem die Sanierung des Lomborn, einem Zufluss der Schelpe im Bereich Höxter vorgestellt. Der Lomborn konnte wieder zur Gänze freigelegt werden
Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinie dienen auch dem Hochwasserschutz. Wie Eberhard Fischer, Stadt Steinheim, berichtete, wurden Bereiche der Emmer und des Heubaches in einen natürlichen Zustand gebracht, indem den Gewässer die Auenlandschaft zurückgegeben wurde.
Einen Blick in die Zukunft der Bundeswasserstraße Weser gab Dr. Gabriele Hornhardt von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hannover. Danach liegt nicht nur der Schiffsverkehr, sondern auch der ökologische Zustand der Weser im Fokus der Behörde.
Martin Irgang von der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe führte aus, wie mittels Beratung der Landwirte auch die Qualität des Grundwassers nachhaltig verbessert werden kann.
Beverungens Bürgermeister Christian Haase beleuchtete eingehend die finanziellen Aspekte für die Städte und Gemeinden. Er machte trotz knapper Kassen Mut im Hinblick auf die anzupackenden Maßnahmen und warb für kreative Finanzierungsideen.
Abteilungsdirektor Gernot Berghahn sah eine große Bereitschaft aller Beteiligten, die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen und wies darauf hin, dass die Exponate der Ausstellung im Foyer der Bezirksregierung noch bis zum 21. Dezember zu sehen sind.