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Kommunen stemmen wichtige Investitionen

Detmold (21. März 2017). Die 70 Kommunen Ostwestfalen-Lippes sehen für den Ausbau und Erhalt der Abwasserbeseitigung in den kommenden sechs Jahren Ausgaben von etwa 899 Millionen Euro vor. Das sind etwa 77 Euro pro Person und Jahr. Das Geld ist gut investiert. Denn ohne Kanal und Kläranlage wären modernes Wohnen und Arbeiten nicht möglich. Daher unterstützt das Land die Kommunen mit Förderung.

Viele Kanalnetze, Pumpstationen und Klärwerke in Ostwestfalen-Lippe kommen in die Jahre. Rohre werden brüchig, die Technik verliert an Leistung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Kläranlagen: Mikroplastik soll entfernt, Medikamentenreste müssen unschädlich gemacht werden – und das am besten energieeffizient.

Viele Gründe also, die Kommunen zu Investitionen zwingen. 899 Millionen Euro haben sie für die kommenden sechs Jahre eingeplant. Im Durchschnitt 2,1 Millionen Euro pro Kommune und Jahr. „Den größten Anteil dieser Kosten verursachen Unterhalt und Sanierung der Anlagen“, erklärt Frederik Köhler vom Dezernat Wasserwirtschaft der Bezirksregierung. „Dazu zählen die kommunale Kanalisation, alle dazu gehörenden Bauwerke und die Kläranlagen.“

Fremdwasser und Mikroschadstoffe erfordern Investitionen

Drängendes Problem derzeit ist zum Beispiel das so genannte Fremdwasser: Dabei dringt Regen über das Erdreich in den Kanal, flutet Pumpwerke und Kläranlagen und kann im schlimmsten Fall angrenzende Bäche und Flüsse verschmutzen. Die Lösung: Bruchstellen müssen gefunden und repariert werden. „Notfalls heißt das, den gesamten Kanal neu zu verlegen“, schildert Köhler. „Das ist eine umfassende bauliche Maßnahme und kostet viel Geld.“

Aber auch die Optimierung der Abwasserbehandlung verschlingt große Summen. Aktuelles Thema ist die so genannte vierte Reinigungsstufe von Kläranlagen. Sie arbeitet zum Beispiel mit Ozon oder Aktivkohle und holt Mikroschadstoffe aus dem Abwasser. Kostenpunkt: bis zu neun Millionen Euro für eine Kläranlage mit etwa 60.000 Haushalten. „Benötigt werden diese Reinigungsstufen insbesondere bei erkennbar negativer Belastungssituation der Gewässer sowie bei nachfolgender Nutzung der Gewässer, zum Beispiel für die Trinkwassergewinnung“, sagt Frederik Köhler. Fünf solcher Klärstufen in OWL gibt es bereits, 15 befinden sich derzeit in der Planung oder im Bau.

Gemeinden pflegen ihr größtes Kapital

Abwasseranlagen und ihre Infrastruktur sind zwar teuer, gleichzeitig sind sie aber das Kapital von Städten und Gemeinden. Sie machen es erst möglich, dort zu wohnen, zu arbeiten oder dort Urlaub zu machen. Sie verhindern Krankheiten und schützen die Umwelt. „Die Kanalisation stellt in den Kommunen häufig das größte Vermögen dar“, betont Frederik Köhler. „Dieses Vermögen gilt es für nachfolgende Generationen zu erhalten.“ Denn eine funktionstüchtige Abwasserbeseitigung und -behandlung ist eine unverzichtbare Voraussetzung für den modernen Staat.

Zum Hintergrund

Die Kommunen in OWL betreiben derzeit etwa 100 Kläranlagen, öffentliche Kanalnetze mit einer Gesamtlänge von etwa 11.700 Kilometern sowie unzählige Sonderbauwerke zur Speicherung und zur Behandlung der einzelnen Abwasserströme.

Zur Steuerung der anstehenden Aufgaben und der technischen Anpassung und Weiterentwicklung im Bereich der Kläranlagen und Kanalnetze dient in Nordrhein-Westfalen das Instrument der Abwasserbeseitigungskonzepte (ABK). Mit den ABK legen die Gemeinden den zuständigen Bezirksregierungen regelmäßig eine Übersicht über den Stand der öffentlichen Abwasserbeseitigung sowie über die zeitliche Abfolge und die geschätzten Kosten der erforderlichen Maßnahmen für die kommenden sechs Jahre vor.

Sauberes Wasser ist eine unverzichtbare Grundlage für das Leben von Mensch, Flora und Fauna. Grund- und Oberflächengewässer müssen nachhaltig geschützt werden. Eine nachhaltige Wasserwirtschaft hat deshalb in Nordrhein-Westfalen einen besonders hohen Stellenwert. Land NRW und Bezirksregierung unterstützen die Kommunen bei der Bewältigung dieser Aufgaben mit eigens aufgelegten Förderprogrammen für den Abwasserbereich. Die finanziellen Mittel zur Förderung stammen aus den Mitteln der Abwasserabgabe.

Am 22. März ist Weltwassertag.

 

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